Montreal / Montreal
Ich bin mal wieder auf beruflich unterwegs – diesmal hat es mich nach Montreal verschlagen. Es erstaunt mich immer wieder, welchen Einfluss der Golfstrom (ok, genau genommen der Nordatlantikstrom) doch auf das west-europäische Klima hat. Er wirkt sozusagen als “Warmwasserheizung” fuer Europa (naeheres hier). Montreal liegt etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Bordeaux (Suedfrankreich), aber um diese Jahreszeit ist es in Montreal noch empfindlich kalt. Die Nachttemperaturen liegen noch unter dem Gefrierpunkt, und an den Baeumen zeigt sich jetzt der erste Hauch von Gruen. In Mitteleuropa sind die Waelder schon richtig gruen… Gut, dass ich an Handschuhe, Schal und Muetze gedacht habe.
I am travelling again (for business). This time, I ended up in Montreal. It always astonishes me which influence the Gulf stream (yes, I know, the North Atlantik Drift) has on the climate in western Europe. It kind of works as a heating systems (see e.g. here). Montreal is located on the same latitude as Bordeaux (southern France), but at this time of the year, it is still fairly cold in Montreal – the night temperatures are still below freezing, and the leaves are only just emerging on the trees. In central Europe, the forests are already green… I remembered to bring gloves, scarf and bonnet.
Baeume im botanischen Garten in Montreal – so sah es bei uns Anfang Maerz aus!
Trees in the botanical garden in Montreal – at home, we had this view in March.
Den heutigen Sonntag habe ich im botanischen Garten und in der Altstadt von Montreal verbracht. Davon werde ich in den naechsten Tagen noch Bilder zeigen. Hier schon mal meine Mitbringsel:
Today (Sunday) I spent in the botanical garden and in the old city of Montreal. I will show a few pictures of this over the next few days. In the meantime, some souvenirs:
Tanis Fibre Arts Sockenwolle in den Farben lighting – jewel – midnight. Erstanden hier.
Tanis Fibre Arts sockyarn in the colours lightning – jewel – midnight. Bought here.
Und natuerlich Ahorn sirup. Einmal ganz “normaler” Ahornsirup, und dann dunkler Ahornsirup, der etwas konzentrierter ist, und zu einer anderen Jahreszeit geerntet wurde (wenn mehr Zucker im Pflanzensaft vorhanden ist).
And maple sirup, of course. Once “standard” maple sirup, as well as dark (amber) maple sirup, which has a higher concentration of sugar, and was harvested at a different time of year (when there is more sugar in the sap).
suess-saure Sosse
Nein, keine chinesische suess-saure Sosse, sondern eine schlesische. Das Rezept stammt auch wieder aus der Familie meines Mannes, und es wird immer wieder gerne gekocht (und gegessen!)
Man braucht;
50g fetten Speck/Bauchspeck, fein gewuerfelt
1 grosse Zwiebel, fein gewuerfelt
1 Essloeffel Zucker
1 Tasse heisses Wasser
Saft von 1 Zitrone
1/2 Teeloeffel Salz
2 Essloeffel Zucker
1 gehaeufter Teeloeffel Speisestaerke
Speck in einen kleinen Topf geben und auslassen. Dann einen Essloeffel Zucker dazugeben, und Zucker unter staendigem Ruehren (mit einem Holzloeffel) duenn und braun werden lassen. Sobald der Zucker braun ist, die Zwiebelwuerfel dazugeben, und unter staendigem Ruehren ebenfalls braun werden lassen.
Vom Herd nehmen, und eine Tasse heisses Wasser unterruehren (Vorsicht – es kann spritzen!). Dann wieder auf’s Feuer stellen, und mit Salz, Zucker und Zitronensaft abschmecken.
Die Speisestaerke mit etwas kaltem Wasser anruehren, und die Sosse damit andicken. Nochmals abschmecken (mit Zucker und Zitronensaft).
Dazu gibt es hartgekochte Eier und Kartoffelbrei.
Wolltausch / Wool swap
Frau Wollfrosch ist ja im Restewahn und immer auf der Suche nach Sockenwollresten, mit denen sie diverse Projekte fuettern kann. Ich dagegen hatte jede Menge (fast 1.5kg) Sockenwollreste, die unbeachtet in der Wollkiste ein jaemmerliches Dasein fristen mussten. Also habe ich die Reste (zu bewundern hier) kurzerhand in ein Paket gepackt und auf den Weg geschickt.
Als Dank kam ein paar Tage spaeter dies an
Frau Wollfrosch is addicted to scrap yarn, and is always on the look out for left over sock yarn, which she turns into various projects. I had a lot of left over sock yarn that was stuck somewhere in the corner of a box and totally disregarded. Therefore, i sent the left overs (admire them here) on their way.
As a thank-you, I received this a few days later.
Die Farben sind in echt noch viel kraeftiger – einfach wunderschoen. Der rote Strang erinnert mich an Beerensorbet, der blaue ans Meer im Sommer. Ich kann kaum erwarten sie anzustricken – allerdings brauche ich noch die passenden Muster.
The colours are more more intensive in real life – and simply gorgeous. The red skein reminds me of berry sorbet, the blue one of the sea in summer. I can’t wait to start knitting with them – but first I need the patterns that do them justice.
Und weil sie so schoen sind, noch ein paar Bilder…
And because their are so beautiful, a few more pictures…
Die verstrickte Dienstagsfrage 17/2012
Heute hat das Wollschaf mal eine “Verstaendnisfrage”:
Ich brauche manchmal ziemlich lange um eine schriftliche Anleitung zu verstehen, weil viele kleine Details fehlen. Wie ergeht es Euch dabei? Versteht Ihr Anleitungen auf Anhieb oder müsst Ihr diese manchmal mehrere Tage studieren?
Vielen Dank an Gewaechs für die heutige Frage!
Normalerweise lese ich die Anleitung (egal ob englisch, deutsch oder franzoesisch) einmal durch. Dann habe ich das meiste auch verstanden. Wenn nicht, dann fange ich an zu stricken, und dann erschliesst sich alles meist von selbst. Ob die Muster jetzt in Charts oder per Reihe geschrieben sind, ist mir inzwischen auch egal – einmal stur nachgestrickt verstehe ich dann eigentlich, wie es aufgebaut ist. Und was die Drops Anleitungen angeht, habe ich festgestellt, dass es sehr hilfreich ist, sowohl die deutsche als auch die englische Version zu nutzen. Ich habe eine Anleitung, bei der ich in der deutschen Version nicht schlau draus wurde, was gemacht werden sollte – aber kaum hatte ich einen Blick in die englische Version geworfen, war alles klar!
Today, Wollschaf wants to know how well we understand knitting instructions:
In some cases, I need considerable time to understand written knitting instructions, as many details are missing. How do you fare with this? Do you immediately understand the instructions, or do you need to study them for a few days?
Thanks to Gewaechs for today’s question.
I simply read the instructions (English, German, French) once. Then I normally have understood them. If not, I simply start knitting – and in most cases, everything becomes clear then. Whether the pattern is included in charts or written in row does not matter to me any more – knitted once, I understand how it is build. And concerning the pattern instructions by Drops: I have found out by now that it is very useful to have them both in German and Englisch. I have one pattern where, in the German version, I had NO clue what to do, but as soon as I looked at the English version, it was crystal clear.
Neues auf den Nadeln / On the needles
Vor ein paar Tagen habe ich eine Strickjacke angefangen – Deco von Kate Davies. Gestrickt wird sie aus Fischerwolle Merino Extrafein in stahlblau. It is great using needles size 3 again.
A few days ago, I started knitting a cardigan – Deco by Kate Davies. I use Fischerwolle Merino Extrafine, colourway steel blue. It is great to knit again with size 3 needles!
Im Garten tut sich bei dem Aprilwetter nicht allzuviel – die Beete sind vorbereitet, aber es ist noch etwas zu kalt zum saeen. Die Tomatensaemlinge sind in eine neue Behausung umgezogen, da es im Gewaechshaus etwas zu kalt war. Jetzt wachsen sie hoffentlich besser.
Nothing is really happening in the vegetable garden. The beds are ready, but it is still a bit too cold and rainy for sowing. The tomato seedlings have moved into a new home, as the green house was a bit too cold for them. Now, they will hopefully grow a bit faster.
Gefilztes II / Felted Stuff II
Die letzten Tage ging es etwas drunter und drueber, deswegen hatte ich keine Zeit meinen Blog regelmaessig zu fuettern. Aber jetzt gibt es wieder ein bisschen Inhalt!
The last few days were a bit chaotic, and I did not really have time to write for the blog. But now there is some time available to write.
Aus zwei der Filzwollknaeule (Wash+Filz it Stripemix), habe ich zwei Huete gestrickt. Gefolgt bin ich der Anleitung “Striped Kloche Hat“. Den einen Hut habe ich in der Farbe “black-mint”, den anderen in “violet-pink” gestrickt. Ein “vorher” Bild habe ich leider nicht fuer die Huete, aber ein paar Bilder davon, was nach dem Filzen dabei herausgekommen ist.
Two of the felting wool balls (Wash+Filz it Stripemix) were turned into hats. I used the pattern “Striped Kloche Hat“, and knitted one in “black-mint”, the other in “violet-pink”. I unfortunately did not take any “before” pictures, but here are some from after the felting,
Der Hut in “black-mint” / the hat in “black-mint”
und in “violet-pink” / and in “violet-pink”
Aus dem fuenften Knaeuel der Filzwoll sollte eigentlich ein Katzenbett werden (nach dieser Anleitung). Das hat aber nicht ganz so geklappt wie geplant – der Rand wollte einfach nicht stehenbleiben. Also taugt das ganze nur als Abdeckung fuer den Wollkorb. Die Katzen haben sich dafuer den Filzkorb, der fuer das Strickzeug gedacht war, erobert.
The fifth ball of felting ball was supposed to become a cat bed (following this pattern). Unfortunately, this did not work out as planned – the rim did not stand. Now I can only use it as a cover for the wool basket, and the cats are now also using the felted carrier that I wanted to use for my knitting as a bed.
Food for thought: (umwelt)bewusster Essen / environmentally friendlier eating
Die Meere sind ueberfischt (80% der weltweiten Fischbestaende sind bedroht), auf unseren Tellern landen immer mehr Fische, die im unteren Teil des Nahrungsnetzes zu finden sind (die Wissenschaftler nennen das “fishing down the food web”). Damit wird den grossen Raubfischarten (zu denen z.B. der Thunfisch gehoert, die Nahrungsgrundlage entzogen, und die Bestaende koennen sich erst recht nicht erholen.
Da aber Fisch gesund ist, sollte er nicht ganz vom Speiseplan gestrichen werden. Sowohl vom WWF (hier fuer D) als auch von Greenpeace (fuer D) gibt es Einkaufsratgaber, welche Fisch man noch guten Gewissens essen kann, und welchen man eher meiden sollte. Die Ratgeber sind klein genug. dass sie in die Einkaufstasche passen.
Der WWF hat diese Ratgeber fuer eine ganze Reihe Laender herausgegeben – hier zu finden.
The oceans are overfished (more than 80% of the global fish stocks are threatened), and more often than not we eat fish that are lower down in the food web (scientists call this “fishing down the food web”). The bigger predatory fish (among them tuna) therefore have less prey, further diminishing their chance for recovery.
Nevertheless, eating fish is part of a healthy diet. WWF has issued consumer guides for sustainable fish for a number of countries (access here). You can have your fish and eat it, too.
Und wer auf Huehnerfleisch und Eier nicht verzichten moechte, dem sei das “Zweinutzungshuhn” ans Herz gelegt – Huehnerrassen, die sowohl Fleisch (ueber die Haehne und Huehner) und Eier (ueber die Huehner) liefern. Die meisten gewerblich gezuechteten Huehner (auch Biohuehner!) sind Hybridhuehner, die entweder viele Eier legen (die maennlichen Kueken werden am 1. Lebenstag zu Tierfutter verarbeitet), oder in kurzer Zeit viel Fleisch anlegen. Viele der alten Huehnerrassen koennen noch beides, und sie werden wieder entdeckt, z.B. am Hermannsdorfer Hof (Naehe Muenchen) oder im Berliner Umland. Gut, Eier und Fleisch sind etwas teurer, aber das sollte es wert sein,
And those who would like to eat chicken and eggs, should consider the “double-use-chicken” – breeds of chicken that produce both meat (male and female chickens) and eggs (the female chickens). Nowadays, most chickens used comercially (even organic) are hybrids that produce either eggs (the male chicken are killed on their first day and turned into animal food) or meat (and that very rapidly). Many of the old breeds can do both, and they are being revived, in Germany e.g. at the Hermannsdorfer Hof (near Munich) or near Berlin. I am sure that there are initiatives like this in other countries. Chicken meat and eggs are a bit more expensive, but this should be worth it.
Die verstrickte Dienstagsfrage 16/2012
Heute bittet das Wollschaf darum, in Erinnerungen zu kramen:
Erinnert Ihr euch noch an Dinge, die Ihr im Handarbeitsunterricht gemacht habt? Habt Ihr vielleicht sogar noch einige, damals gefertigte Sachen?
Vielen Dank an Regina für die heutige Frage!
Und ob ich mich noch daran erinnere, was wir im Handarbeitsunterricht gemacht haben, auch wenn es schon einige Zeit her ist. In der Grundschule habe ich ein Naedelmaeppchen von Hand genaeht und mit Kreuzstich bestickt, ein meterlange Strickliesel-Schlange (die mit Augen und Zunge versehen wurde) hergestellt, Topflappen gehaekelt und einen Baeren gestrickt. Die Schlange und das Nadelmaeppchen liegen bestimmt noch irgendwo bei meinen Eltern, den Baeren haben ich kuerzlich wiedergefunden, und hier ueber ihn gebloggt.
Im Gymnasium hatten wir in der 5. und 6. Klasse Textiles Werken, abwechselnd mit Werken. Der Unterricht wurde von einem Rumaenen-Deutschen Ehepaar gegeben – er hat uns das Arbeiten mit Holz, Ton, Metall und Fahrrad reparieren beigebracht, sie hat versucht, uns vor allem das Naehen an der Naehmaschine nahezubringen. Entstanden ist dabei eine Schuerze, die ich auch heute noch benutze. Hier ein Foto von dem guten Stueck:
Today, the Wollschaf asks us to share some memories (and memorabilia):
Do you still remember the items you produced in needlecraft class? And do you still have some of those things?
Thanks to Regina for today’s questions!
Oh yes, I can still remember what I did in needlecraft class, even though it is quite a few years ago. In primary school, I sewed a small case for sewing needles and decorated it with cross-stich, I produced a meter-long snake made with the knitting doll (and gave it eyes and an tongue), crocheted potholders and knitted a bear. The snake and the needle case should still be somewhere in my parents’s house, the bear I recently found again and blogged about here.
In the first two years of secondary school, we were taught needle crafts alternating with wood and metal work. We were taught by a husband-and-wife team – he taught us working with clay, wood work, metal work and how to repair a bike. She tried to teach us mainly to sew with a sewing machine. I made this apron, which I still use today. Here a photo:
Gefilztes I / Felted stuff I
Ich hatte ja bei der Wollfactory Filzwolle (SMC Wash+Filz it Stripemix) zum Sonderpreis erstanden, und die letzten Tage damit verbracht, die Wolle zu verstricken. Die ersten beiden Teile (2 Filzkoerbe, nach dieser Anleitung) habe ich gestern in der Waschmaschine gefilzt und dann ueber kleinen Eimern gespannt und getrocknet.
I had bought felting wool (SMC Wash+Filz it Stripemix) as a special offer at the wollfactory, and have spent the last evenings knitting it. Yesterday, I felted the first two items (2 felted carriers, pattern here) in the washing maschine, then stretched them over small buckets and let them air dry.
Der rote Korb ist etwas weiter, weil ich ueber den Boden mehr Runden gestrickt habe. Dafuer hat dann die Wolle fuer den Henkel nicht mehr ganz gereicht – der ist entsprechend etwas kuerzer. Der schwarz-weisse Hintern im Hintergrund gehoert einem unserer Hunde.
The red basket is wider, as I knitted more rounds for the bottom. The handles are shorter, because I ran out of wool towards the end. The black-and-white backside in the background belongs to one of our dogs.
Mignontorte
Auf Wunsch meines Mannes habe ich ihm heute (nachtraeglich zum Geburtstag) eine Mignon-Torte gebacken. Das Rezept ist ebenfalls ein altes Familienrezept aus der Familie meines Mannes. Die Torte besteht aus 4 Knetteigboeden, die mit einer Zitronen-Wein-Buttercreme gefuellt werden.
Knetteig
250g Mehl
125g Butter
65g Butter
1 Ei
1 Teeloeffel Backpulver
Aus den Zutaten einen Knetteig herstellen und etwas ruhen lassen. Dann in 4 Teile teilen und duenn auswellen. Die Boeden ca 10 Minuten bei 180 Grad backen, bis sie goldgelb sind. Vorsicht beim herausnehmen – die Boeden brechen leicht. Mindestens einer bricht mir immer….
Die Boeden abkuehlen lassen, in der Zwischenzeit die Fuellung herstellen.
Fuellung:
4 Eigelb
125g Zucker
1 Paeckchen Vanillezucker
abgeriebene Schale einer 1/2 Zitrone
Saft von 2 Zitronen
1/8 l (125ml) Weisswein*
30g Speisestaerke
Alle Zutaten in einen Topf geben, und gut verruehren. Auf der Herdplatte unter staendigem Ruehren erhitzen, bis die Masse dick wird. Vom Herd nehmen und erkalten lassen.
Waehrend die Zitronencreme kalt wird, 125g Butter mit 50g Puderzucker cremig schlagen. Loeffelweise unter die Zitronencreme heben (Achtung – wenn die Zitronencreme noch zu heiss ist, gerinnt das ganze), und ruehren, bis eine homogene Masse entsteht.
Die Boeden mit der Zitronen-Buttercreme fuellen und den obersten Boden mit einem Guss aus Zitronensaft und Puderzucker bestreichen.
*fuer eine hessische Variante den Weisswein durch Apfelwein ersetzen, wenn Kinder die Torte mitessen sollen, Apfelsaft verwenden (diese Variante gab es zu Kinderzeiten meines Mannes)



















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